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Kerzen selber machen: Stearin, Rapswachs oder Sojawachs?

Tres velas en un casting: una de estearina, una pilar de cera de colza y una de soja en tarro, con un campo de colza al fondo

Für Duftkerzen im Glas nimmst du Soja- oder Container-Rapswachs, für Stumpen- und Stabkerzen Stearin, Stumpen-Rapswachs oder eine Paraffin-Stearin-Mischung. Wer Wert auf kurze Wege legt, greift zu Raps: Er wächst in Europa, Soja wird meist importiert. Der Rest ist Feinarbeit bei Docht, Duftanteil und Gießtemperatur.

In 30 Sekunden

  • Stearin: hart, kristallin, formstabil. Ideal für Stab- und Stumpenkerzen, ungeeignet fürs Glas.
  • Rapswachs: gibt es weich (für Gläser) und hart (für Stumpen). Europäischer Rohstoff.
  • Sojawachs: weich, cremig, nimmt viel Duft auf. Der Klassiker für Duftkerzen im Glas.
  • Der Docht entscheidet über Ruß und Brennbild – nicht das Wachs allein. Immer einen Brenntest machen.
  • Stearinsäure von Naturcera ist ein Härter, kein Kerzenwachs: 2–5 % ins Paraffin oder Pflanzenwachs.

Was sind Stearin, Rapswachs und Sojawachs überhaupt?

Stearin ist ein Gemisch aus Stearin- und Palmitinsäure, gewonnen aus Fetten. Für Kerzen stammt es heute meist aus Palmöl, seltener aus Rapsöl oder tierischen Fetten. In Deutschland kennt man es von der klassischen Tafel- oder Adventskerze: Stearinkerzen haben hier eine lange Tradition.

Rapswachs entsteht durch Hydrierung (Härtung) von Rapsöl. Je nach Härtungsgrad bekommt man ein weiches Containerwachs oder ein festeres Wachs für Stumpen. Raps wird in großen Mengen in Europa angebaut – Deutschland ist einer der wichtigsten Erzeuger.

Sojawachs ist gehärtetes Sojaöl. Die gängigen Sorten für Kerzen sind weich und für Gläser gemacht; es gibt auch Blends für freistehende Kerzen, die sind aber die Ausnahme.

Vergleichstabelle Stearin, Rapswachs und Sojawachs: Schmelzbereich, Einsatz im Glas oder als Stumpen, Duftanteil, Optik und Herkunft
Die Eckdaten auf einen Blick. Richtwerte – maßgeblich ist das Datenblatt deines Wachses.

Schmelzpunkt: warum er über Glas oder Stumpen entscheidet

Ein niedriger Schmelzpunkt bedeutet: Das Wachs wird schnell flüssig, haftet gut an der Glaswand und bildet einen breiten Schmelzteller – genau das, was eine Duftkerze im Glas braucht. Ein hoher Schmelzpunkt bedeutet: Die Kerze steht auch an einem warmen Tag gerade, tropft wenig und lässt sich sauber aus der Form lösen.

StearinRapswachsSojawachs
Schmelzbereichca. 52–65 °C, je nach QualitätContainer: ca. 40–50 °C · Stumpen: ca. 52–56 °Cca. 46–54 °C (Containersorten eher am unteren Ende)
EinsatzStab-, Stumpen-, FormkerzenGlas oder Stumpen, je nach SorteGlas, Melts
Duftanteileher niedrig, ca. 3–5 %ca. 6–10 %ca. 6–10 %
Optikmatt-weiß, kristallincremig, leicht gelblichcremig-matt
Typische Schwächespröde, löst sich im Glas von der WandFrosting möglichFrosting, im Sommer weich
Herkunftmeist PalmölRapsöl, EuropaSojaöl, meist importiert

Glas oder freistehend: welches Wachs wofür?

Stearin: der Profi für Stab- und Stumpenkerzen

Stearin ist hart, schrumpft beim Erkalten deutlich und löst sich deshalb fast von selbst aus der Form. Genau das macht es im Glas unbrauchbar: Es zieht sich von der Wand zurück, es entstehen Lufttaschen und Risse. Pur gegossen ergibt es die typische, leicht durchscheinend-weiße Stearinkerze. Häufiger wird es als Zusatz verwendet: Paraffin mit einem kleinen Anteil Stearin ist eine bewährte Mischung für Stumpen und Stabkerzen – das Stearin macht die Kerze härter, opaker und erleichtert das Entformen. Hinweis für Formen: Stearin kann Gummi- und Latexformen angreifen; Metall- und Polycarbonatformen sind unkritisch.

Stearin oder Stearinsäure?

Nicht ganz dasselbe. Kerzenstearin ist ein Gemisch aus Stearin- und Palmitinsäure. Naturcera führt reine pflanzliche Stearinsäure aus Palm- oder Kokosöl (Schmelzpunkt je nach Qualität 54–72 °C) – als Härter, nicht als Wachs für eine Kerze aus 100 % Stearin. Die Dosierung liegt bei 2–5 % des Gesamtgewichts: 3–5 % in Soja-Stumpenwachs oder weichem Paraffin, 2–4 % in Kokoswachs. Sie macht die Kerze härter, matt-weiß und leichter zu entformen und verlängert die Brenndauer. Über 5 % wird die Kerze spröde. Nicht in Soja-Containerwachs (BPF) einsetzen: Dort löst sich das Wachs vom Glas und reißt.

Rapswachs: zwei Sorten, zwei Aufgaben

Beim Raps musst du beim Einkauf genau hinschauen. Rapswachs für Containerkerzen ist weich, haftet am Glas und brennt ruhig mit breitem Schmelzteller. Rapswachs für Formen ist fester (bei Naturcera Perlen mit Schmelzpunkt 52–56 °C, ideal bei ca. 70 °C gegossen), schrumpft beim Abkühlen und lässt sich gut entformen. Beide verwechseln ist der häufigste Anfängerfehler: Stumpenwachs im Glas gibt Löcher und Ränder, Containerwachs in der Form gibt eine Kerze, die sich nicht entformen lässt oder krumm wird.

Sojawachs: der Spezialist fürs Glas

Sojawachs ist für Duftkerzen im Glas gemacht: niedriger Schmelzpunkt, cremige Oberfläche, gute Haftung, guter Duftwurf beim Brennen. Für freistehende Kerzen ist Standard-Sojawachs zu weich – es gibt dafür spezielle Pillar-Blends, die aber nicht der Normalfall sind – bei Naturcera das formbare Sojawachs APF. Auch für Duftwachs-Melts eignet sich weiches Soja gut.

Übersicht: Duftkerze im Glas mit Soja- oder Container-Rapswachs, Stumpenkerze mit Stumpen-Rapswachs oder Paraffin plus Stearin, Stabkerze mit Stearin, Duftwachs-Melts mit weichem Sojawachs, jeweils mit passendem Docht
Faustregel: Weiches Wachs gehört ins Glas, hartes Wachs steht allein.

Duft, Optik, Frosting: worauf du achten musst

Duftanteil. Soja- und Rapswachs nehmen typischerweise 6–10 % Duftöl auf; was dein Wachs tatsächlich verträgt, steht im Datenblatt; beim Sojawachs BPF von Naturcera sind es 8–10 %. Stearin bindet Duftöle schlechter und wird meist niedriger dosiert. Mehr Duft bedeutet nicht automatisch mehr Duftwurf: Überdosiertes Öl schwitzt aus und kann rußen.

Frosting. Pflanzliche Wachse bilden mit der Zeit feine weiße Kristalle an der Oberfläche oder an der Glaswand. Das ist rein optisch und kein Qualitätsmangel. Weniger Frosting gibt es mit vorgewärmten Gläsern, nicht zu heißer Gießtemperatur und langsamem Abkühlen ohne Zugluft.

Stearin-Kristalle. Bei Stearin ist die Kristallbildung gewollt: Je nach Gieß- und Formtemperatur entsteht eine glatte oder eine sichtbar kristalline, „eisblumenartige“ Oberfläche. Wer eine gleichmäßige Optik will, sollte Temperaturen notieren und konstant halten.

Brennverhalten und Ruß: was wirklich zählt

Alle drei Wachse brennen sauber, wenn Docht und Kerzendurchmesser zusammenpassen. Die häufigsten Rußquellen sind ein zu großer Docht, ein nicht gekürzter Docht (vor jedem Anzünden auf etwa 5 mm kürzen), Zugluft und zu viel Duftöl. Stearinkerzen tropfen wegen des höheren Schmelzpunkts wenig. Bei Soja- und Rapskerzen im Glas ist das typische Problem eher das Gegenteil: ein zu kleiner Docht, der einen Tunnel brennt.

Welcher Docht passt zu welchem Wachs?

  1. Sojawachs und Container-Rapswachs: Pflanzliche Wachse sind zähflüssiger als Paraffin und brauchen oft einen etwas kräftigeren Docht. Bewährt sind Baumwoll- und ECO-Dochte mit Zellulosekern, die gerade stehen und gleichmäßig abbrennen.
  2. Stumpen aus Rapswachs oder Paraffin-Stearin: geflochtene Rund- oder Flachdochte, gewählt nach Kerzendurchmesser. Je höher der Stearinanteil, desto eher eine Stufe stärker.
  3. Stabkerzen aus Stearin: Flach- oder Runddocht passend zum Durchmesser; Stearin braucht in der Regel einen etwas stärkeren Docht als Paraffin derselben Größe.
  4. Immer testen: mindestens drei bis vier Stunden brennen lassen und prüfen, ob der Schmelzteller den Rand erreicht, die Flamme ruhig bleibt und nichts rußt.

Nachhaltigkeit und Preis

Alle drei sind nachwachsende, biologisch abbaubare Rohstoffe – der Unterschied liegt in der Herkunft. Raps wächst in Europa, oft wenige hundert Kilometer von der Werkstatt entfernt. Soja wird überwiegend aus Nord- und Südamerika importiert; hier lohnt sich die Frage nach Herkunft und Zertifizierung. Stearin stammt meist aus Palmöl; wer es einsetzt, sollte auf zertifizierte Ware achten (z. B. RSPO) oder Stearin auf Rapsbasis suchen.

Preislich liegen die drei näher beieinander, als viele denken. Rapswachs ist pro Kilo allerdings teurer als Sojawachs. Bei Naturcera sinkt der Preis des Sojawachses BPF mit der Menge von 6,50 €/kg (1 kg) auf 3,55 €/kg ab 500 kg (Stand Oktober 2026). Bei Mischungen mit Paraffin sinken die Materialkosten pro Kerze.

Wenn du in Serie produzierst

Bei Kleinserien entscheidet nicht nur das Wachs, sondern die Wiederholbarkeit: gleiche Charge, gleiche Gieß- und Raumtemperatur, gleicher Docht. Naturcera liefert Soja-, Raps- und Paraffinwachse von etwa 1 kg bis zu mehreren hundert Kilo mit Staffelpreisen, inklusive Datenblättern; Mengen über 500 kg betreut das Vertriebsteam direkt (contacto@naturcera.com). Pflanzliche Stearinsäure als Härter gibt es von 1 kg bis 800 kg.

Häufige Fragen

Kann ich Stearin in ein Glas gießen?

Besser nicht. Stearin schrumpft beim Abkühlen stark und löst sich von der Glaswand; es entstehen Lufttaschen und ein unschönes Brennbild. Für Gläser ist Soja- oder Container-Rapswachs die richtige Wahl.

Warum bekommt meine Sojakerze weiße Flecken?

Das ist Frosting: Kristallbildung, die bei pflanzlichen Wachsen normal ist. Vorgewärmte Gläser, moderate Gießtemperatur und langsames Abkühlen reduzieren es. Die Brennqualität ändert sich dadurch nicht.

Kann ich Raps- und Sojawachs mischen?

Ja, beide sind gehärtete Pflanzenöle und vertragen sich. Mische aber nur Sorten mit ähnlichem Einsatzzweck (Container mit Container) und mache vor der Serie einen Brenntest.

Welches Wachs rußt am wenigsten?

Mit passendem Docht brennen alle drei rußarm. Ruß entsteht vor allem durch zu große oder ungekürzte Dochte, Zugluft und zu viel Duftöl – nicht durch die Wahl zwischen Stearin, Raps oder Soja.

Gibt es bei Naturcera Stearin?

Naturcera führt pflanzliche Stearinsäure aus Palm- oder Kokosöl, kein Kerzenstearin als Mischung. Sie ist als Härter gedacht: 2–5 % im Paraffin oder Pflanzenwachs, nicht für Soja-Containerwachs (BPF).

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Raps- und Sojawachs für Gläser und Stumpen, mit Datenblatt und Preisen ab 1 kg.

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